5. Produktdaten aufbereiten
Größte und häufigste Schwachstelle bei den meis ten E-Commerce-willigen Unternehmen sind die Produktdaten. Fast alle Unternehmen, die noch nicht im E-Commerce tätig sind, müssen ihre Daten für das Online-Geschäft erst aufbereiten – und das macht viel Arbeit, auch weil selbst die vorhandenen Daten oft nicht in einer Weise erfasst wurden, die für den Online-Shop von Nutzen wäre. Das Problem: Warengruppen in Warenwirtschaftssystemen er-geben zwar für die interne Sortierung sowie für Nachbestellungsprozesse Sinn – aber aus Sicht der Kunden sind sie in den meisten Fällen überhaupt nicht nachvollziehbar oder verständlich. Auch der Beschreibungstext ist häufig nicht für den Kunden geeignet: Technische Eigenschaften werden nur aufgezählt, aber nicht ausreichend erklärt.
Oft sind sie auch nicht herstellerübergreifend standardisiert erfasst – genau das wäre aber notwendig, um dem Online-Besucher Filtermöglichkeiten anbieten zu können, beispielsweise nach Farbe, Material, Länge etc. Doch wenn Produkte bei einem Hersteller als "marine", beim nächsten als "azur" und beim dritten als "Himmel" bezeichnet werden, kann ein Kunde im Shop nicht nach der Farbe "blau" suchen. Auch die vielen kryptischen Abkürzungen, die vor allem in B2B-Katalogen zum Standard gehören und eine Nachbestellung erleichtern, helfen dem Kunden bei der Kaufentscheidung nicht weiter.
Beim Bildmaterial setzt sich das Elend meist fort: Sofern überhaupt Bilder vorhanden sind, gibt es sie nur in schlechter Qualität – so reichen die erfassten Bildgrößen oft nicht aus, um dem Kunden im Shop eine Zoom-Ansicht anbieten zu können, mit der er sich ein Produktdetail in der Vergrößerung genauer anschauen könnte. Häufig folgt das vorhandene Bildmaterial auch keiner erkennbaren Linie: Die Produkte sind beispielsweise in unterschiedlichen Größen und Helligkeitsstufen vor unterschiedlichen Hintergründen abgebildet. Das gibt dem Shop ein unfertiges, unprofessionelles Flair. Das klingt alles aufwändig und mühsam? Um es klar zu sagen: Ist es auch - aber es lohnt sich. Denn mit der Güte der Produktdaten steht und fällt der Erfolg eines Online-Shops. Unternehmen sind also gut beraten, für diesen lästigen, aber notwendigen Schritt ausreichend Ressourcen bereitzustellen.